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News

STTB Verbandstag 2019

Aus dem Saarland "Grünes Licht" für Verbandsoberliga Saar-Pfalz, Einigkeit bei nahezu allen Anträgen - Konfliktpotential nur bei den Bällen

Vorneweg, es war ein harmonischer Verbandstag, den STTB-Präsident Werner Laub souverän leitete und bei dem es höchst unspektakulär zur Sache ging. Und wenngleich zahlreiche Änderungen auf den Weg gebracht wurden, so nahmen die Vereinsvertreter dies ebenso geduldig bei einer sehr langen Vorrede des Präsidenten an (die es hoffentlich noch zumindest im Nachgang schriftlich zum Nachlesen im clicktt-Vereinsportal gibt und künftig bitte ein bisschen früher vor der Veranstaltung, weil sonst die "Aussprache zu den Berichten" eben nicht stattfinden kann) und diskutierten höchst selten am Abend (leider eben dann auch nicht über die Berichte der Vorstandsmitglieder, die sie vorzeitig veröffentlichten und nicht selbst vortrugen an diesem Abend) - mit einer Ausnahme: als es um den Antrag des TTC Wemmetsweiler ging, dass die Marke der Plastikbälle von den Vereinen vor der Saison verbindlich gemeldet werden sollte. Im Grunde ein vernünftiger Einwand, obschon man zur Diskussion stellen kann, dass die Vereine für jede Altersstufe Jugend/Aktive/Senioren jeweils eigene Bälle an den Start schicken könnten und diese Differenzierung eben nicht Teil des Antrags war. Doch ein Abstimmungsergebnis von 124 zu 123 lehnte den in der Versammlung deutlich abgeschwächten Änderungsantrag ab, die Vereine zumindest vor der Saison zu einer Ballauswahlsmeldung zu ermutigen und Änderungen im Laufe der Saison eigenständig zu melden. Hintergrund ist die Vorgabe des DTTB, jeden zugelassenen Ball zuzulassen und keine Verpflichtungserklärung seitens der Vereine abzufragen. Das bedeutet nach dieser Versammlung für den STTB: mit dem Ende des Zelluloidballs kann jeder Verein in der Saison 2019/2020 mit einem Plastikball, der zugelassen ist, spielen - ohne das vorher anzukündigen und jeden Samstag mit einem anderen, wenn es beliebt. Ob das sinnig ist, das lassen wir mal dahingestellt. Die Frage, ob nun jeder Spieler der Heimmannschaft mit seinem eigenen zugelassen Wunschball antreten kann, wurde leider nicht gestellt und sie bleibt daher noch offen. Fakt ist: die Balldiskussion ist weiter Bestandteil einer Debatte, für die es von Verbandsseite keine Vorgaben oder Empfehlungen gibt und der ernstgemeinte Vorschlag bzw. Antrag des TTC Wemmetsweiler zur Versachlichung war von Verband und Versammlung in der Beantwortung schlecht vorbereitet und lässt viele Fragezeichen mit zahlreichen Diskussionen in den Hallen folgen. Der STTB verwies dabei stets auf den DTTB und die Vorgaben, es bleibt aber die Frage, warum man den Vereinen nicht eine zeitlich befristete Verpflichtung zu einer Auswahl abverlangen kann, ob diese Befristung nun in einer Saison, einer Halbserie oder zumindest der vorherigen Ankündigung des Wechsels mit einer gewissen Vorlaufzeit (z.B. 1 Woche, damit sich der Gastverein darauf vorbereiten kann) beschlossen worden wäre, egal, es den Vereinen aber nicht abzuverlangen, nicht mal unverbindlich, das wird sich als nicht förderlich erweisen und zeigt, dass man sich mit dem Thema noch nicht genug beschäftigt hat. Es wird im nächsten Jahr sicher eine Flut von Anträgen geben und es wird dann schwieriger, alle in viele Richtungen geschachtelten Anträge zu einem für alle vernünftigen Beschluss zu führen. Heute wurde eine Chance vertan, eine gewisse "Bandbreite der Fairness" vorzugeben, sehr schade.
Im Ablauf des Abends wurde desweiteren ein Breitensportkonzept seitens des Verbandes angekündigt, ein Finanzplan 2018 und Plan 2019 vorgestellt, auch hier war das Verständnis der Vereinsvertreter für die Schwierigkeiten im Umfeld und den Abhängigkeiten des LSVS da, dennoch sollte der Plan künftig früher kommuniziert werden (das ergibt sich schon aus der Satzung) und die Kassenprüfung auch nicht erst am Tag des Verbandstages stattfindet, das schafft nicht gerade Vertrauen in die Führung des Verbandes. Dass dann der Punkt 9 - Beratung und Beschlussfassung ... sowie Rahmenplan für das folgende Jahr (Anm. 2020) ersatzlos gestrichen werden musste, unglücklich. Auch hier hat der Verband die Möglichkeit, die Bilanz 2018 sowie eben jenen Plan für 2020 im clicktt-Vereinsportal nachzureichen. Er sollte es tun, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, in diesen sensiblen Fragen, Informationen zurückzuhalten.

Weitere Anträge, viele Formsachen, wurden genehmigt wie vorgeschlagen. Doch es kamen noch zwei "grosse Themen" zur Sprache, zum einen die Einführung der "Turnierserie", bei der Vereine selbst aktiv Turniere nach gewissen Vorgaben ausrichten können - am Beispiel des Rheinland-Cups und der Bavarian Race-Serie. Hier erscheint es auf den ersten Blick, als stünde Effekthascherei im Vordergrund, denn die Serie hat zu viele Bedingungen und offene Fragen und ist -vorsichtig formuliert- zu stark mytischtennis-affin (allein schon durch die Anmeldemodalitäten) als dass man sie ernst nehmen könnte, denn: jederzeit kann ein Verein ein Turnier ausrichten, auch mit gleichen Modalitäten wie Schweizer System, einer Genehmigung stünde gar nichts im Wege seitens des Verbandes, selbst wenn die Vorgaben, die man nun wirklich kritisch hinterfragen sollte, nicht eingehalten würden, hier beispielhaft nur ein paar Gegenfragen:
- warum keine Meldung ohne clicktt, mytischtennis ? - freies Startgeld ohne die Vorgabe 10 Euro ? - Teilnehmerbeschränkung ? - Prinzip des Meldeeingangs ? - keine QTTR-Bandbreite und verschiedene Klassen ? Hier geht es um eine Kopie von Turnierserien, die in anderen Verbänden laufen und die sicher zu einer höheren mytischtennis-Nutzung führen sollen. Turniere, das sollte jedem Verein klar sein, kann man aber auch ganz unabhängig davon abhalten und eine Genehmigung alternativer (und sinnvollerer) Turnierformen (Schweizer System an und für sich davon ausgenommen, das ist ein sehr gutes Turniersystem - wenn man es in QTTR-Bandbreiten kanalisiert) kann nach geltender WO auch kaum widersprochen werden. Wenn aber die Bereitschaft der Vereine, kleine oder grosse Turniere auszurichten rückläufig ist, dann ist es sicher nicht zielführend, wegen mytischtennis neue Turniere mit Beschränkungen auszurufen, das sollte der Verband sich nochmal überlegen, ob er das als Empfehlung ausspricht.

Zweites "grosses Thema", die neue Ligeneinteilung, hier ein kleiner Überblick über den Stand der Dinge:
- Verbandsoberliga Saar-Pfalz vom Saarland beschlossen (Einführung für 2020/2021), Pfalz zieht dieser Tage wohl nach. Damit ist ein Adäquat zu den Verbänden Rheinland/Rheinhessen hergestellt, leider mit etwa 6-jähriger Verzögerung.
- in 2019/2020 gibt es in den Ligen Saarlandliga und tiefer erstmal keine Veränderungen, einzig die Begriffe der Kreisebenen wechseln zu Bezirksliga/Bezirksklasse 1,2,3,...
- es kann erste Bewegungen auf den untersten Ebenen geben, um Klassen aufzufüllen, dadurch fallen natürlich auch gleichwertige Klassen weg. Dies geschieht kreisübergreifend.
- mit Einführung der Verbandsoberliga muss für 2019/2020 auch festgelegt werden, wer bei den Abschlusstabellen 2019/2020 in welche Klassen aufsteigt.
- dabei wird es vermehrten Aufstieg geben
- die Information erfolgt vor Beginn der Spielrunde, sie kann -und das sollte allen klar sein- nicht vor Wechseltermin 31. Mai 2019 erfolgen, im Übrigen ist das das gleiche Problem wie die Vereinsmeldung in die Ligen, auch diese erfolgt nach dem Wechseltermin und wenn ein Verein am 5. Juni eines Jahres zurückzieht und ein anderer dadurch nachrückt, dann kann er ja auch keine Spieler mehr dazunehmen.
- neue Ligenstruktur wird als Baumstruktur geführt, was mit Blick nach unten den vermehrten Aufstieg in der Saison 2019/2020 für die neue Saison 2020/2021 noch torpediert:

Verbandsoberliga Saar-Pfalz
Saarlandliga
2 Landesligen
4 Bezirksligen
8 Bezirksklassen
2. Bezirksklassen

Einen herzlichen Dank allen Ehrenamtlern des STTB-Vorstandes/Präsidiums für die geleistete Arbeit, Kritikpunkte in der Sache sind in keinem Falle persönlich gemeint und die Diskussion darüber sollte auch auf Augenhöhe stattfinden. Es könnte noch ein Stück mehr Information nach draussen getragen werden und die Meinung, der STTB bediene Spitze und Breite zugleich (wie vom Präsidenten in seinem Bericht beschrieben), teilen wir noch nicht ganz, immerhin aber schon ein gutes Stück mehr als es in der Vergangenheit der Fall war.


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